Die Abteilung für Stadtgeschichte
Die Mitarbeiter der geschichtlichen Abteilung haben eine imposante Ansichtskartensammlung zusammengetragen. Es sind über 850 Ansichtskarten von der Stadt (etwa 750 Stück) und von den bedeutenderen Ortschaften des Kreises Bunzlau (etwa 100 Stück). Die älteste Ansichtskarte stammt von 1894. Den Grundstein der Sammlung bildet die Kollektion von 330 Postkarten, die die Stadt von dem privaten Sammler Edward Miżdal anlässlich des 750-jährigen Bestehens von Bunzlau-Bolesławiec erwarb.
Bunzlauer Ansichtskarten vom anfang des 20. Jh.: 1, 2, 3, 4
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die rund 30 Aufnahmen, die Zdzisław Mirecki dem Museum als Leihgabe überlieβ. Die meisten davon stammen aus dem 19. Jh. Die ältesten werden auf die Zeit vor 1867 datiert. Ferner besitzt die Abteilung für Stadtgeschichte Graphiken aus dem 19. Jh. u.a. von C. T. Matisse und E. W. Knippel, Fotografien, Landkarten, Stadtpläne, Zinn- und Glasgefäβe, Münzen, alltägliche mit der Stadt verbundene Gebrauchsgegenstände, Bunzlauer Zeitungen und Veröffentlichungen. Wertvolle Neuerwerbungen sind auch Chroniken, ganz besonders eine aus dem 17. Jh. stammende Abschrift der Chronik F. Holsteins, der ältesten Bunzlauer historischen Überlieferung.
Titelseite der Bunzlauer Chronik von F. Holstein
Gesammelt werden auch Zeugnisse, die mit einer besonders interessanten Zeitspanne der Bunzlauer Geschichte zur Wende des 16. und 17. Jh. verbunden sind. Damals wurde die Stadt ,,die Wiege und das Paradies der schlesischen Dichtung der Neuzeit’’ genannt, heute können wir hinzufügen – auch der Wissenschaft und der Kunst. Bunzlau war die Geburtsstadt vieler sehr bekannter Dichter, die die sog. erste Schlesische Dichterschule gründeten: Martin Opitz, Andreas Tscherning. Andreas Scultetus, Christoph Colerus und auch des bekannten Graphikers David Tscherning oder der Astronomen Kaspar Knoll und Christoph Neubarth.
In den Museumsbeständen ist eine schöne Barock- graphiken zu sehen. Es ist die Kopie des barocken Porträts von Martin Opitz, die in Anlehnung an das in Danzig befindliche Original von Strobel ausgeführt wurde. Sehenswert sind die Poemata ,,Opera Omnia’’ von Martin Opitz aus dem 17. Jh. Sie enthalten interessante Graphiken – Embleme, Kopien der Barockgraphiken Tschernings, sowie Kopien von Graphiken, die die berühmstesten Bunzlauer der Neuzeit darstellen.
Gedichtsammlung von M. Opitz, 1690
Stadtpanorama, Zeichnung von F.B. Werner von 1752
Von dem durch das Museum gesammelten Material, das die Zeit nach 1945 betrifft, sollte man eine Reihe von Aufnahmen nicht unerwähnt lassen. Sie zeigen die Verwüstungen und den Wiederaufbau der Stadt. Sie sind das Werk des Fotografen Alojzy Skorupa und wurden der Abteilung für Stadtgeschichte von seiner Tochter Aleksandra Kornosz übergeben.
Asnykastraße, Aufnahmen nach 1945
Ost-Ansicht dem Marktplatz, Aufnahmen nach 1945, Gabe Aleksandra Kornosz
Vorübergehend sind in dem Gebäude auch Bildwerke untergebracht, die in Zukunft ihren Platz im Lapidarium finden werden: der barocke Jupiter von G. L. Weber, ein Wappen aus dem 19. Jh., Teilstücke des Renaissanceportals aus Kroischwitz (Kraszowice) und die von einem Grabmal stammende Plastik einer jungen Frau.
Glasgefäß, Glasfachschule, um 1930
Hermann Schäfer , Panorama aus dem Rathausturm, Ölbild, 1924 , Gabe Wolf-Eberhard Meyer
Die Abteilung für Stadtgeschichte rekonstruiert von den Grundlagen die Sammlung Militaria, im Zusammenhang mit dem Verlust der Ausstellungsgegenstände zusammengebunden mit der napoleonischen Epoche des früheren russischen Museums Kutuzow. Bis jetzt in den Sammlungen u.a. hat sich befunden: der französische Kürassiersäbel, das Modell AN XI von der kaiserlichen Werkstatt in Klingelthal, der Säbel der leichten Kavallerie, die französische Pistole klein Fels, das Modell AN XIII von der kaiserlichen Werkstatt in St. Etienne.
Der französische Kürassiersäbel, das Modell AN XI, von der kaiserlichen Werkstatt in Klingelthal
Der Säbel der leichten Kavallerie, Frankreich der Durchbruch XVIII und XIX Jh.
Der Abteilung der Archäologie versammelt die Ausstellungsgegenstände, die der Effekt der archäologischen Rettungsmaβnahmen auf dem Leichenverbrennungsgrabstätten in Nowa sind. Und von dem Überrest eines befestigten Herrenhofes, der dem Schwarzen Christoph in Olszanica gehört, wie auch in Piaskowastraße.
Gefäße(Zwischengerichte) von dem Brandgrab der wendischen Kultur – die Bronzezeit XI v. Chr.
Bronzenausschmückung aus dem Leichenverbrennungsgrabstätten der Lausitzer Kultur, XI v. Chr.
Keramikgefäβe, Ende des 15. Jh.
Humpen aus Faststeinzeug, 15. Jh.
Stück dem Krug mit gekreuzigtem Christus 16.-17. Jh.
Stück dem Krug mit gekreuzigtem Christus, kobaltblauen Glasur, I Hälfte des 17. Jh.




